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Körper, Geist, Seele – die drei, die niemand trennen sollte

Warum ich morgens laufe – und was dabei aufgeht

Ein Impuls von Bernhard Holtkamp · 1. Juni 2026

Heute Morgen, kurz nach fünf. Der Asphalt noch nass vom Regen der Nacht. Der Atem geht, die Schritte finden ihren Takt. Irgendwann hört der Kopf auf zu reden. Und dann – fast unbemerkt – ist da ein Gedanke. Nicht laut. Nicht groß. Aber klar.

Ich laufe nicht, weil ich besonders sportlich bin. Ich bin es nicht. Ich laufe, weil ich gemerkt habe: Wenn ich meinen Körper nicht ernst nehme, hört auch mein Kopf irgendwann auf, mir zu vertrauen. Und wenn der Kopf nicht mehr vertraut, wird es eng. Innen.

Wir trennen, was zusammengehört

Im Alltag reden wir gerne über Körper oder Geist. Über Fitness oder mentale Stärke. Über Sport oder Meditation. Als wären das zwei verschiedene Baustellen.

Sind sie aber nicht.

Meine Erfahrung – nach vielen Jahren, vielen Versuchen, vielen Phasen, in denen ich mich um meinen Körper gekümmert habe, und genauso vielen, in denen ich es eben nicht tat: Körper und Geist sind dasselbe Haus, nur unterschiedliche Räume. Wer in dem einen aufräumt, verändert auch den anderen.

Und es gibt noch einen dritten Raum. Den vergessen viele.

Die Seele gehört dazu 

Ich nenne sie so, auch wenn das Wort altmodisch klingt. Mir fällt kein besseres ein. Es ist der Teil, der fragt, wofür ich morgens überhaupt aufstehe. Der Teil, der spürt, ob das, was ich tue, zu mir passt – oder ob ich nur funktioniere.

Körper ohne Geist wird zur Maschine. Geist ohne Körper wird zur Erschöpfung. Beides ohne Seele wird zur Leere.

Das ist keine spirituelle Aussage. Das ist eine Beobachtung.

Mich selbst in den Mittelpunkt – ist das nicht egoistisch?

Diese Frage höre ich oft, gerade von Menschen, die viel tragen. Führungskräfte, Unternehmerinnen, Verantwortliche. Sie kümmern sich um alles und alle – und sich selbst stellen sie ganz hinten an.

Bis es nicht mehr geht.

Nein, es ist nicht egoistisch. Es ist die Voraussetzung. Wer für andere da sein will – wirklich da sein, nicht nur funktionieren – muss zuerst zu sich selbst zurückfinden. Körperlich. Geistig. Innerlich.

Das ist keine Selbstverliebtheit. Das ist Verantwortung.

Was das heißt – ganz konkret

Für mich heißt es: Bewegung, die guttut. Ernährung, die ich verstehe. Schlaf, den ich respektiere. Und Momente, in denen ich nichts leiste, nichts plane, nichts beweise. Sondern einfach da bin.

Es heißt nicht: jeden Tag um fünf Uhr aufstehen. Es heißt: einen Rahmen finden, der zu mir passt. Und ihn ernst nehmen.

Manchmal frage ich mich, was passieren würde, wenn mehr Menschen in Verantwortung sich diesen Rahmen geben. Weniger Krankheitstage? Bessere Entscheidungen? Wachere Gespräche? Wahrscheinlich alles davon.

Eine leise Einladung

Wenn Du gerade liest und denkst: „Eigentlich weiß ich das“ – dann weißt Du es eben.

Die Frage ist nicht, ob Du es weißt. Die Frage ist, ob Du heute Abend einen Schritt machst. Einen einzigen. Vielleicht eine halbe Stunde Bewegung. Vielleicht zehn Minuten Stille. Vielleicht ein ehrliches Wort mit Dir selbst.

Körper, Geist, Seele. Die drei, die niemand trennen sollte.

Auch Du nicht.


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Bernhard Holtkamp ist systemischer Business Coach und begleitet Menschen in Verantwortung, die viel tragen – am calle3 Offsite Space in Heek-Nienborg und im Münsterland.

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