Was bedeutet „bei sich ankommen“?
„Ich möchte wieder bei mir ankommen.“
Das höre ich oft.
Von Menschen, die viel leisten, viel tragen, viel für andere da sind – und irgendwann merken:
Ich bin nicht mehr bei mir.
Aber was bedeutet das eigentlich – „bei sich sein“?
Und wie kommt man dorthin zurück?
Was „bei sich sein“ NICHT ist
Es ist nicht:
- Allein sein (Du kannst unter Menschen sein und trotzdem bei Dir)
- Ruhe haben (Du kannst in Stille sein und trotzdem nicht bei Dir)
- Nichts tun (Du kannst beschäftigt sein und trotzdem verbunden)
„Bei sich sein“ ist kein Ort.
Es ist ein Zustand.
Was „bei sich sein“ IST
Bei sich sein bedeutet:
- Du spürst, was Du fühlst (ohne es wegzudrücken)
- Du weißt, was Du brauchst (ohne es zu ignorieren)
- Du handelst aus Dir heraus (nicht nur als Reaktion auf andere)
- Du bist in Kontakt mit deinen Werten (nicht nur mit den Erwartungen)
Bei sich sein heißt:
„Ich bin hier. Ich spüre mich. Ich bin verbunden mit dem, was mir wichtig ist.“
Woran merkst Du, dass Du NICHT bei Dir bist?
Typische Anzeichen:
- Du funktionierst, aber fühlst Dich leer
- Du tust viel, aber nichts fühlt sich richtig an
- Du reagierst auf alles, aber entscheidest nichts wirklich selbst
- Du bist ständig im Außen, aber nie im Inneren
- Du weißt, was andere brauchen – aber nicht, was Du brauchst
Das ist der Moment, in dem viele sagen:
„Ich habe mich verloren.“
Wie kommst Du zurück zu Dir?
Es gibt keinen einzelnen Weg.
Aber es gibt kleine Schritte, die helfen:
- Anhalten
Nicht mehr machen, sondern erstmal stoppen.
Nicht für immer – nur für einen Moment. - Atmen
Drei bewusste Atemzüge.
Nicht als Entspannungsübung, sondern als Kontaktaufnahme.
„Ich bin hier. Ich spüre mich.“ - Fragen stellen
Nicht: „Was muss ich jetzt tun?“
Sondern: „Was spüre ich gerade?“
Oder: „Was brauche ich eigentlich?“ - Kleine Entscheidungen treffen
Nicht die großen Lebensfragen klären.
Sondern: Einen kleinen Schritt gehen, der sich stimmig anfühlt. - Grenzen setzen
Zu sagen: „Das gehört nicht zu mir.“
Oder: „Das kann ich gerade nicht tragen.“
Was passiert, wenn Du wieder bei Dir ankommst?
Es fühlt sich oft ruhig an.
Nicht spektakulär.
Nicht euphorisch.
Sondern einfach: richtig.
Du spürst:
- Deine Gedanken werden klarer
- Deine Entscheidungen werden leichter
- Deine Energie kommt zurück
- Du fühlst Dich weniger fremdbestimmt
- Du fühlst Dich mehr du selbst
Ein letzter Gedanke
„Bei sich ankommen“ ist kein Ziel, das Du einmal erreichst.
Es ist ein immer wieder neu Finden.
Gerade für Menschen, die viel fühlen, viel denken und viel tragen, ist es leicht, sich zu verlieren.
Aber Du kannst jederzeit zurückkommen.
Zu dir.
Wenn Du Begleitung dabei brauchst – ich bin da.